The North Face gegen Jack Wolfskin – eine Frage des Standpunkts
Wir bleiben beim Winter, genauer Winter-Fashion. Dieses Jahr eine Herausforderung, der der gemeine Großstädter offensichtlich nicht gewachsen ist. Farblich auf schwarz fixiert, scheint die Wahl der geeigneten Oberbekleidung stark eingeschränkt – das Straßenbild wird dominiert von “The North Face”- und “Jack Wolfskin” – Logos.
Momo-esque walzt sich die Gesellschaft der schwarzen Jacken durch Mittes Straßen und versucht auch den letzten Farbtupfer aus der ohnehin schon grau-matschigen Winterlandschaft zu verbannen.
Selbst in der Wahl der Modelle herrscht markenübergreifend Einigkeit – Nordgesicht und Wolfshaut gleichen einander wie ein Ei dem anderen: zwei Taschen vorne, Kragen bis zur Oberlippe, spitze Kapuze, Logo vorne links und Logo hinten rechts. Unfall oder nicht – es hat den Anschein, als hätte man das selbe Werk gebucht.
Also scheint das Logo den Ausschlag zu geben – aber wer kauft welches Logo? Und gibt es die auch einzeln – quasi zum Aufkletten?

Auf meinen langen Wanderungen durch Mitte und die Grenzregionen wird schnell deutlich – die Höhenlage ist entscheidend.
Nahe des Meeresspiegels dominiert The North Face. Dem Träger des Logos rund um den Hackeschen Markt verleiht es eine Aura des Rückkehrers, des Überlebenden. Die Gipfel sind bestiegen, die Grizzlys erlegt, der Baum gefällt – jetzt gilt es nur noch die abenteuerlichen Geschichten an den Mann/die Frau zu bringen.
In den Höhenlagen rund um den Kollwitzplatz hat sich dagegen Jack Wolfskin breit gemacht. Die putzige Bärentatze fördert den Beschützerinstinkt. Sie zeugt von verantwortlichem Umgang mit der Kälte, von wohlgeplanten Trekking-Touren am Müggelsee. Wo Jack sein Lager aufschlägt, da menschelt es, da gibt es Kräutertee und Bionade.
Tags: winter
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